FAQ-KU
Deine Frage wird hier nicht oder unzureichend beantwortet? Schreib uns eine E-Mail, oder sprich uns bei Gelegenheit an. Wir ergänzen das FAQ jederzeit gerne.
Der Ausgangspunkt der Betrachtung der Welt ist, dass diese grundsätzlich objektiv erkennbar ist. Hiervon ausgehend gibt es eine Vielzahl tatsächlicher, wahrnehmbarer und beobachtbarer Phänomene (Erscheinungen). Die Aufgabe der Wissenschaft ist es nun, den Zusammenhang hinter diesen Erscheinungen zu ermitteln. Diese müssen auf das sie erklärende Prinzip zurückgeführt werden – ihre Gesetzmäßigkeit. Dies ist für uns Wissenschaft, das zu erkennen und zu erklären, was gerade nicht unmittelbar ersichtlich ist.
Als Organisation schlagen wir hierfür zwei Wege vor:
- Die Einfügung in breitere soziale Kämpfe unserer Klasse
- Die kontinuierliche Basisarbeit in Gewerkschaften, Bildungseinrichtungen & unseren Vierteln
Mit der KU fangen wir hier nicht von 0 an, sondern blicken auf langjährige Erfahrungen in beiden Feldern zurück. Insofern begreifen wir uns als entschlossenen Ausdruck der Kämpfe unserer Klasse und nicht als Element welches von außen an die Arbeiterklasse herantritt.
Die Abschaffung der herrschenden Geschlechterverhältnisse, die tägliches Leid insbesondere für Frauen und queere Menschen bedeuten, kann nur mit der Abschaffung der Eigentumsverhältnisse geschehen, da sie aus diesen resultieren und verwurzelt im Produktionsprozess sind. Wir streben die Emanzipation der (proletarischen) Frauen also gleichermaßen an wie die Emanzipation der Arbeiterklasse im Gesamten. Wir teilen aber auch starke Kritik an der feministischen Bewegung, die insbesondere heutzutage sehr bürgerlich-liberal geprägt ist und die Produktions- und Klassenverhältnisse außer Acht lässt.
Das Wort Patriarchat definieren wir in erster Linie als ein überhistorisches Phänomen männlicher Dominanz, die aber in den jeweiligen historischen Epochen unterschiedlich aufgetreten ist und deswegen keine große Hilfe zur Analyse der heutigen Gesellschaft darstellt. Mehr dazu wird es in den programmatischen Thesen geben.
Wir sind eine formelle Organisation, mit Mitgliedschaften und einem Unterstützerumfeld. Ab der Veröffentlichung unserer programmatischen Thesen öffnen wir uns für Interessierte. Ihr könnt euch dann nach der Lektüre eben dieser bei uns melden.
Die Aufnahme ins Umfeld wird dabei niedrigschwelliger gestaltet sein. Für die Mitgliedschaft in der KU ist ein längerer Prozess des gegenseitigen Kennenlernens, der theoretischen Auseinandersetzung und des gemeinsamen Kämpfens nötig. Wir freuen uns aber sehr über neue Mitstreiter, alle sind herzlich eingeladen, uns zu kontaktieren und anzusprechen. Das gilt insbesondere für alle Genossen in Dortmund und Umgebung. Scheue dich aber nicht, uns auch zu kontaktieren, wenn du nicht aus unserer Region kommst.
In Dortmund sind wir bereits mit einer Reihe anderer sozialistischer Organisationen verbündet und vernetzt. Wir sind prinzipiell offen für den Austausch und gegenseitige Unterstützung mit weiteren Akteuren. Unser Fokus liegt aber nicht in der linken Bündnisarbeit, im Veranstalten linker Kampagnen oder Ähnliches. Unser praktischer Fokus liegt, wie in einer anderen Frage bereits erwähnt, auf der Basisarbeit innerhalb von auf die Arbeiterklasse fokussierten Organisierungen und Angeboten, sowie die Beteiligung an sozialen Kämpfen. Grundsätzlich sind wir aber nicht sektiererisch und wählen mit wem wir zusammen kämpfen und wem nicht anhand von Inhalten sowie Verhalten im Kampf aus und nicht anhand von übergestellten Labels.
Ein Rotkehlchen! Durch die ausgebreiteten Flügel kann es hier schon einmal zu Verwechslungen kommen, weil Rotkehlchen typischerweise in ihrer Sitzposition bekannt sind. Tatsächlich aber haben Rotkehlchen eine Spannweite von 20-22 cm bei einer Körperlänge von rund 14 cm. Wer sich Bilder von fliegenden Rotkehlchen anschaut, wird die Ähnlichkeit sofort erkennen. Wir haben uns für das Logo entschieden, weil es eine häufige, geläufige Tierart unserer Heimat ist. Das Rotkehlchen ist dabei bisher noch von keiner anderen linken Organisation in Verwendung. Im internationalen Plattformismus/Especifismo haben viele Organisationen einen lokalen Vogel als Logo gewählt. Vögel sind aufgrund ihrer Freiheitsassoziation im Anarchismus ohnehin sehr weit verbreitet.
Für uns strahlt unser Logo eine Mischung aus kämpferischer Entschlossenheit, aber auch Zärtlichkeit aus. Wir denken, dass es bei vielen Menschen eine positive Assoziation hervorruft, denn seien wir einmal ehrlich, wer hat schon etwas gegen Rotkehlchen?
Das Rotkehlchen ist, nebenbei bemerkt, in Deutschland 1992 und 2021 sowie in der Schweiz 2025 zum Vogel des Jahres gekührt worden.
Mit der Betonung des Kommunismus im Namen, heben wir unser gesellschaftliches Ziel, die klassenlose Gesellschaft hervor. Wir sehen uns insoweit einerseits in einer breiten sozialistischen Tradition und nehmen alle inhaltlichen Analysen auf, die wir als inhaltlich richtig ansehen. Andererseits versteht sich unsere Organisation explizit nicht als Sammelbecken für verschiedenartige anarchistische, anderweitig sozialistische oder sonstige linke Strömungen, sondern definiert sich über ein klar ausdifferenziertes, theoretisch-inhaltliches Profil, ohne dass sich jedes Mitglied zwingend in derselben Ideentradition verortet.
Unsere Sozialismusvorstellung kommt dabei ohne Staat aus und möchte von Tag 1 nach der sozialen Revolution die Arbeiterselbstverwaltung einführen. Ohne das wir der Illusion erlegen sind, dass wir im Sozialismus schon alle Versprechungen des Kommunismus einlösen können. Für diesen gesamten Prozess haben wir eine klare Transformationsstrategie: wie kommen wir vom Jetzt bis zum Kommunismus.
Warum aber Anarchokommunismus, Plattformismus?
Unser Ansatz in der Gesamtheit steht von unserer Theorie und unserer Transformationsstrategie in der anarchokommunistischen Tendenz, plattformistischer Ausprägung. Wir stehen ein für einen gut organisierten auf einheitlicher Übereinkunft fokussierten Kampf der Revolutionäre um Sozialismus, mit der Perspektive auf den Kommunismus. Die Betonung der Arbeiterselbstverwaltung, von föderalistischen Strukturen, von kollektiver Verantwortung, von gegenseitiger Hilfe, direkter Aktion, Autonomie, Gegenmacht, Organisationsdualismus, formeller Organisierung, von Basisarbeit & Einfügung in soziale Bewegungen unserer Klasse, sind ein fundamentaler Ausdruck unseres Weges.