Wer wir sind und was wir wollen

  1. Wer wir sind und was wir wollen

Wir sind die Kommunistische Union (KU) und befinden uns derzeit im Abschluss unseres Gründungsprozesses. Wir treten dabei mit dem Anspruch an, eine schlagkräftige revolutionäre Organisation zu werden. Unser Ziel ist nicht mehr und nicht weniger als der Kommunismus. Dieser ist für uns keine bloße Utopie, sondern vielmehr ist kommunistische Praxis das Resultat wissenschaftlicher Einsicht in die kapitalistische Gesellschaft.

Zur Erreichung dieses Ziels sind wir der anarchokommunistischen Tradition verbunden. Wir sind überzeugt, dass die Selbstorganisation der Massen der Schlüssel zur Überwindung von Ausbeutung und Unterdrückung ist; Befreiung kann nicht durch einen Staat oder eine Partei erreicht werden, die sich über die Massen stellt.

Damit die lohnabhängige Klasse sich erfolgreich organisieren und umfassende Gegenmacht in Produktion und Reproduktion gegen das Kapital aufbauen kann, sind Klassenbewusstsein und Einsichten in die Funktionsweise der kapitalistischen Gesellschaft notwendig. Beides entsteht nicht automatisch aus der eigenen Rolle in der (Re)produktion, sondern durch kollektive Diskussionen und Lernprozesse.

Hierzu möchten wir einen Beitrag leisten – als spezifisch anarchokommunistische Organisation, die Menschen auf Grundlage bereits bestehender einheitlicher Theorie und Praxis organisiert. Ein wesentlicher Zweck der Organisation liegt in der kontinuierlichen Erarbeitung und Vermittlung von Gesellschaftskritik auf marxistischer Grundlage. Diese ist eine notwendige Bedingung kommunistischer Praxis, will sie nicht untrennbar den Verhältnissen verhaftet bleiben, die sie gerade zu überwinden sucht.

Unser praktischer Fokus liegt auf der Teilnahme an und Entwicklung von Massenstrukturen, in denen wir Prinzipien wie basisdemokratische Organisierung und Autonomie von Parteien und Staat fördern wollen. Darüber hinaus wollen wir in den Massenstrukturen Einsichten über die kapitalistische Gesellschaft vermitteln, an der systematischen Auswertung und Verbreitung von Kampferfahrungen mitwirken und die Perspektive des Kommunismus stark machen.

  1. Warum (noch) eine neue Organisation?

Wir sind der Überzeugung, dass es die Kommunistische Union braucht. Zwar leisten die vielfältigen sozialistischen Gruppen im Ruhrgebiet bereits gute Arbeit, dennoch leiden diese nach unserer Auffassung an mindestens einem der folgenden Probleme:

  1. Einer unzureichenden oder nach unserer Auffassung fehlerhaften Analyse der derzeitigen Gesellschaft, weshalb eine – soweit vorhandene – Praxis nicht zielführend sein kann.
  2. Einer unzureichenden Ernsthaftigkeit, Verlässlichkeit und Einheit in der Organisierung. Dies betrifft dabei sowohl die Erarbeitung und Aneignung einer Analyse der Gesellschaft als auch die praktische Arbeit vor Ort.
  3. Einer fehlenden Idee oder gar Ablehnung der Umsetzung der aus der theoretischen Arbeit gewonnenen Einsichten in eine konkrete politische (Basis-)Arbeit. Dies korrespondiert dabei mit einer fehlenden Beschäftigung mit einer möglichen Transformation der Gesellschaft.
  4. Einer falschen Vorstellung von gesellschaftlicher Transformation, die zwar Selbstorganisation der Massen und Basisdemokratie durchaus beinhaltet, sie aber letztlich doch der Führung einer politischen Organisation oder staatlichen Struktur unterordnet.

3. Warum (noch) eine neue Organisation?

Neben bereits bestehender Einbindung in Basisarbeit vor Ort arbeiten wir seit einigen Monaten an der Entwicklung einer ersten inhaltlichen Grundlage, die von all unseren Mitgliedern geteilt wird und die wir ab Juni in Form von Thesen veröffentlichen werden. Diese stellen einen Zwischenstand unserer Analyse der Gesellschaft dar, die wir kontinuierlich weiterentwickeln wollen.

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